Projektbeschreibung
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A Jüdische AnfängeAudioguide

von Johanna Adrian

Im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts gründen vermutlich fränkische Kaufleute die Siedlung Frankfurt, die 1253 das Stadtrecht erhält. Bereits früher galt der Ort als Zentrum des Ost-West Handels.
Die erste urkundliche Erwähnung jüdischen Lebens in der Oderstadt vollzieht sich 1294 und betrifft einen Streit zwischen jüdischen und christlichen Schlächtern, der durch eine Schlachtordnung friedlich gelöst wird. Man kann davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt schon eine größere organisierte jüdische Gemeinde in Frankfurt lebt und bereits vor der Stadtgründung erste Juden in Frankfurt siedelten und am Stadtaufbau beteiligt waren.
Wie aber gelangten die Juden in die Stadt an der Oder?
Im Jahre 70 n. Chr. erobern die Römer das aufständische Jerusalem und zerstören den Tempel. Nach weiteren Aufständen kommt es zur Vertreibung der Juden aus Palästina und somit zu einer starken jüdischen Diaspora - einer Zerstreuung in viele Länder. Nach ersten Siedlungen im Vorderen Orient ziehen Juden weiter nach Europa. Die so genannten aschkenasischen Juden gelangen über die Türkei und Griechenland nach Mitteleuropa. In Deutschland, das in der rabbinischen Literatur Aschkenas genannt wird, lassen sie sich nieder. Die Aschkenasi sprechen Jiddisch und bilden den größten Anteil der gesamten Judenheit. Die erste urkundliche Erwähnung jüdischen Lebens in Deutschland findet 321 n. Chr. in Köln statt. Das Rheinland bildet dann auch das frühgeschichtliche Ballungszentrum jüdischer Siedlungen, welches im 10. Jahrhundert eine Blütezeit erlebt.
Es entstehen jüdische Handelsniederlassungen entlang der europäischen Handels- und Verkehrswege Rhein, Donau, Main und Elbe. Als 1096 mit dem ersten Kreuzzug das friedliche Miteinander von Christen und Juden ein jähes Ende erlebt, verlassen die Juden das Rheinland. Sie ziehen weiter Richtung Osten und gelangen so auch nach Frankfurt.
Jüdische Kaufleute bilden auf dem gesamten Kontinent auf Grund ihrer gemeinsamen Sprache ein gut funktionierendes Netzwerk und waren daher in den meisten europäischen Handelsstätten präsent.
Indiz für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Christen im mittelalterlichen Frankfurt ist der jüdische Friedhof. Dieser ist vermutlich einer der ältesten jüdischen Begräbnisorte Mitteleuropas. Das Grundstück gehörte ursprünglich der Kaufmannsfamilie Hokemann, die jüdische Bestattungen bereits Anfang des 14. Jahrhunderts zuließ. Der Friedhof wird am 2. Juli 1399 von der jüdischen Gemeinde erworben. Weitere Informationen über den jüdischen Friedhof erhalten sie an der Station "Jüdischer Friedhof".
Wir empfehlen Ihnen auch, einmal die Marienkirche zu besuchen, wo es das Antichristfenster zu bewundern gilt. In den Bleiglasfenstern aus dem Jahr 1360 manifestiert sich eine ambivalente Haltung gegenüber den Juden, die hier mit Judenhüten dargestellt werden und davon zeugen, dass es zu dieser Zeit eine Gemeinde in Frankfurt gegeben hat.
Der Beginn jüdischer Siedlung in Frankfurt gleicht den Entwicklungen in anderen Städten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Juden werden zu Schutzbefohlenen des Landesherren und genießen einerseits Privilegien wie zum Beispiel Reisefreiheit. So soll ihre Handelstätigkeit gefördert werden. Allerdings sind sie andererseits auch vom guten Willen ihres Herren abhängig. Es entwickeln sich Neid und Unzufriedenheit in der übrigen Bevölkerung. Gepaart mit religiöser Diskriminierung der Kirche macht sich vielerorts offener Antijudaismus bemerkbar. Auch in Frankfurt kommt es 1490 zu ersten Vertreibungen von Juden.
Für die nächsten 150 Jahre sind keine Juden in Frankfurt nachweisbar. In dieser Zeit wird unter anderem das Gebäude der Universität Viadrina auf dem Gelände der früheren Synagoge errichtet. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts vergibt Kurfürst Friedrich Wilhelm wieder vermehrt Niederlassungsrechte an jüdische Familien aus Österreich. Die Lebensbedingungen der Frankfurter Juden verbessern sich und eine neue Gemeinde entsteht.
Ein Beispiel für die fortschreitende Integration der jüdischen Bevölkerung stellt die Alma Mater Viadrina dar und die eng mit dieser verbundene hebräische Buchdruckerei.

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A - Jüdische Anfänge
B - Alte Universität
C - Hebräischer Buchdruck
D - Heutige jüdische Gemeinde
E - Jüdisches Krankenhaus und "Judenhäuser"
F - Schicksale: Kinderarzt Dr. Herrmann Neumark
G - Synagoge
H - Jüdischer Friedhof
I - Schicksale: Familie Kurt Fellert
J - Gestapo-Leitstelle und Gruppe Hannemann
K - Architekt Konrad Wachsmann
L - Jüdische Unternehmer der Zwischenkriegszeit - Kaufhaus Hirsch
M - Jüdische Unternehmer der Zwischenkriegszeit - Bettfedernfabrik Neumann
N - Schicksale: Nissel Weißmann und Heinz Vater


Kontakt
Institut für angewandte Geschichte
Große Scharrnstraße 59
15230 Frankfurt (Oder)
E-Mail: info@instytut.net

Bank:
DKB
Bankleitzahl:
12030000
Kontonummer:
1001173325
Betreff:
Jüdisches Frankfurt

Initiativgruppe "Stolpersteine für Frankfurt (Oder) und Slubice"

Stolpersteinbroschüre - broszurka o kamieniach pamięci

Stolpersteine Teil I
Stolpersteine Teil II


Audioguide durch das jüdische Frankfurt (Oder)
(deutsch / 121MB)


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